Für die Bezeichnung ";Down-Syndrom";

RESOLUTION

Bielefeld/Bethel, 14. Juni 1987

Bei einem Seminar zum zehnjährigen Bestehen des Arbeitskreises ";Down-Syndrom"; mit Teilnehmern aus der ganzen Bundesrepublik wurde einstimmig beschlossen, die ";Duden";-Redaktion sowie andere Verlage und Herausgeber von Lexika, Lehrbüchern u.a. aufzufordern, auf die Definition ";Mongolismus=Form der Idiotie"; oder ähnliche Bezeichnungen zu verzichten.

Nach Meinung führender Mediziner sind diese Bezeichnungen nicht nur diskriminierend für die Betroffenen, ihre Eltern und Angehörigen, sondern auch vom medizinischen Standpunkt unrichtig. Eine ";Idiotie";=höchster Schwachsinnsgrad liegt auch bei Menschen mit Down-Syndrom nur in seltenen Fällen vor.Die Teilnehmer des Seminars fordern, die international gebräuchliche Bezeichnung ";Down-Syndrom"; auch in der deutschsprachigen Literatur zu verwenden und auf das Wort ";Mongolismus"; mit seinen Ableitungen generell zu verzichten.

Diese Forderung wird vom Präsidenten des Deutschen Kinderschutzbundes, Prof. Dr. Walter Bärsch, Hamburg, der Referent des Seminars war sowie führenden Medizinern und Wissenschaftlern unterstützt.

Anmerkung 1995: Inzwischen hat sich einiges zum Besseren verändert. In einigen Veröffentlichungen, auch in Lexika, wurde die Bezeichnung Mongolismus durch Down-Syndrom ersetzt oder ergänzt. Es ist aber immer noch nötig, auf die Problematik, daß so Vorurteile und überholte Informationen transportiert und festgeschrieben werden, hinzuweisen.