So bitte nicht - Pränatale Diagnostik

Eltern fordern bessere Information über Menschen mit Down-Syndrom
In den letzten Wochen berichtete eine große Zahl von Zeitungen mit Überschriften wie ";Mongolismus früh in der Schwangerschaft feststellbar";, ";Mongolismus schon sehr früh erkennbar";, über eine angeblich neue Diagnosemöglichkeit des Down-Syndroms.
Dazu können wir als Eltern von Kindern mit Down-Syndrom (die Bezeichnung ";Mongolismus"; lehnen wir ab) nicht schweigen, denn das Ziel dieser ";Diagnose"; ist beim Ergebnis ";Down-Syndrom"; nicht eine Therapie, sondern die vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft, allein auf Grund dieser Beeinträchtigung. Diese Intention ergibt sich klar aus dem diesen Meldungen zugrunde liegenden Bericht.
Wir erfahren täglich im Zusammenleben mit unseren Kindern, welche Bereicherung uns Kinder / Menschen mit Down-Syndrom bringen und mit welchen Fähigkeiten sie uns immer wieder überraschen. Wir möchten, daß diese Menschen zur Sprache kommen, wie sie sind: mit ihren Stärken und Schwächen, mit ihrem Hilfe-Bedürfnis und ihrer Fähigkeit, anderen Menschen zu helfen.
Eine Entscheidung für eine pränatale Diagnostik gleich welcher Art und ggf. über einen Schwangerschaftsabbruch darf nicht ohne eine eingehende Beratung erfolgen, in der auch die Möglichkeiten zum Leben mit einem Kind mit Down-Syndrom aufgezeigt werden müssen. Nur aufgrund vollständiger und richtiger Informationen ist Vater und Mutter eine so tiefgreifende, persönliche Entscheidung zuzumuten, die von Dritten weder beeinflußt noch kritisiert werden darf.
Um diese Informiertheit zu erreichen, sollten alle gesellschaftlichen Kräfte, insbesondere die Medien, zusammenwirken und bei jeder sich bietenden Gelegenheit betonen, daß jeder Mensch Hilfe braucht und sich nur Zeitpunkt, Art und Intensität dieser Hilfe in jedem Einzelfall unterscheiden. Genauso wichtig ist aber, daß jeder Mensch ohne Ausnahme helfen kann und seinen Platz in der Gesellschaft hat, den er - und nur er - ausfüllen kann.