Gemeinsames Lernen bringt Vorteile für alle Kinder
Am 19. März 1994 waren in Hof / Saale über 100 Eltern von Kindern mit Down-Syndrom zu einem Kinder-/Eltern-Treffen mit dem Hauptthema ";Wünsche und Wirklichkeiten bei der Einschulung unserer Kinder"; zusammen gekommen.
Vom 10. bis 12. Juni 1994 fand in Bielefeld-Bethel ein Kinder-/Eltern- Wochenende mit ca. 150 Teilnehmern statt, überwiegend Familien, in denen ein Kind mit Down-Syndrom lebt.
In beiden Veranstaltungen wurde die Antwort der Bayerischen Staatskanzlei vom 10.02.94 auf den Brief der Elterngruppen in Bayern zur Integration der Kinder mit Down-Syndrom in der Schule angesprochen. In diesem Brief heißt es:
";Nach Ansicht der Staatsregierung würde bei Beschulung in einer Klasse gerade das geistig behinderte Kind immer wieder die frustrierende und demotivierende Erfahrung machen, mit gleichaltrigen Nichtbehinderten nicht Schritt halten zu können. Auf die Dauer würde dies zu seelischen Schäden und einer Außenseiterrolle der Behinderten innerhalb der Klasse führen. Deshalb strebt Bayern keine Einführung der Integrationsklassen für Geistig- und Lernbehinderte an.";
Wir fragen: Wie kommt die Bayerische Staatsregierung zu dieser Ansicht? Wir haben als Eltern im täglichen Umgang mit unseren Kindern andere Erfahrungen gemacht. Gemeinsames Lernen bringt für a1le Kinder Vorteile und führt zu positiven Ergebnissen. Das ist weltweit vielfach belegt.
Wir fordern für unsere und für alle Kinder
- das Recht, so zu sein, wie sie sind,
- da zu sein, wo andere Kinder auch sind,
- die Hilfen zu bekommen, die eie brauchen,
- den Ort der sonderpädagogischen Förderung
- Regelschule / Sonderschule -
wählen zu können, - jede Form von Diskriminierung in der Schule und in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen zu verhindern.
Menschen mit Down-Syndrom
gehören zu unserer Gesellschaft,
mit allen Rechten
- auch auf Hilfe - die jedem Menschen zustehen.
Sie sind zugleich Herausforderung und
Bereicherung des menschlichen Zusammenlebens.