Uneingeschränkte ";Nicht-Aussonderung";
Auf Einladung des Arbeitskreis Down-Syndrom e.V. fand vom 9. bis 11. September 1994 in der Tagungsstätte Thomashof"; in Karlsruhe unter dem Thema
... so sein, wie sie sind und da sein, wo die anderen auch sind
ein Kinder-/Eltern-Wochenende statt. Am Ende der Veranstaltung einigten sich die Eltern auf folgende Erklärung:
Forderungen des Arbeitskreis Down-Syndrom e.V. für eine uneingeschränkte Nicht-Aussonderung"; im gesellschaftlichen Leben der Bundesrepublik Deutschland:
- Das Wissen über Menschen mit Down-Syndrom zeichnet sich durch traditionell falsche Vorstellungen und Einstellungen aus. Hier ist eine Änderung notwendig, die sich an der heutigen Wirklichkeit orientiert.
- Im Gegensatz zur üblichen Praxis der Aussonderung ist inzwischen wissenschaftlich erwiesen, daß gemeinsames Leben und Lernen (Integration) bei allen Altersgruppen machbar, nützlich und sinnvoll ist. Internationale Forschungen haben ergeben, daß z.B. beim gemeinsamen Unterricht alle Beteiligten im Vergleich bessere Ergebnisse erzielen.
- Die Länderkompetenz im Bildungsbereich verhindert auf Bundesebene die Chancengleichheit für Menschen mit Down-Syndrom oder mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf aus anderen Gründen.
- Das überdurchschnittlich positive Sozialverhalten von Menschen mit Down-Syndrom gewinnt angesichts der Tatsache, daß in helfenden Berufen der Personalmangel ständig steigt, eine ganz neue Dimension. Dies muß bei der Suche nach zukünftigen Arbeitsfeldern im Interesse der gesamten Gesellschaft bedacht werden.
- Es geht weder um Almosen, noch um nicht bezahlbare Arbeitsplatzforderungen, sondern um wirtschaftlich notwendige und sinnvolle Arbeit.
- Diese Weiterentwicklung wird auch Einfluß haben auf künftige Wohn- und Lebensformen. Hier wird von allen Beteiligten kreatives Handeln auf der Basis einer verläßlichen Finanzierung gefordert.