Teile eines großen Puzzles

Erster Internationaler Down-Syndrom Tag am 21.3.

BIELEFELD/BRÜGGE – Ein bemerkenswertes Datum: Der 21.3.2006 ist der erste Internationale Tag für Menschen mit Down-Syndrom. Auf Anregung von Erik de Graaf, Gründer der niederländischen Stiftung SDS, hat die European Down Syndrome Association (EDSA) diesen Termin gewählt, um weltweite Aktionen zu initiieren und auf die besondere Lebenssituation von Menschen mit Down-Syndrom weltweit hinzuweisen.

Der 21.3. steht für das dreifache Vorhandensein des 21. Chromosoms. Diese biologische Ausnahme, die immerhin etwa jedes 600. neu geborene Kind mitbringt, wird als Down-Syndrom bezeichnet, nach dem englischen Arzt John Langdon Haydon Down, der diese Menschen im Jahre 1866 erstmals beschrieben und Möglichkeiten zu ihrer Förderung aufgezeigt hat

Seit mehr als 25 Jahren engagieren sich Eltern, Geschwister und Angehörige im bundesweit tätigen ARBEITSKREIS DOWN-SYNDROM e.V., Bielefeld. Wie die viele andere Vereinigungen möchten auch die EDSA-Deutschland und der in Bielefeld gegründete Verein anlässlich des 1. Internationalen Down Syndrom Tages viele Menschen dafür sensibilisieren, sich mit der Außergewöhnlichkeit von Menschen mit Down-Syndrom zu beschäftigen.

Zu einer Lesung aus dem Buch „Ein Leben ohne Lügen – Die Tagebücher der Dagmar B.“ lädt der ARBEITSKREIS am 17. 3.2006 um 17.00 Uhr in die Bielefelder Stadtbbibliothek ein. Außergewöhnlich ist die Tatsache, dass die bereits verstorbene Autorin Dagmar B. eine Frau mit Down-Syndrom war, ebenso wie die Erfahrungen und Empfindungen, die sie in Tagebuchaufzeichnungen über mehr als 17 Jahre lang festgehalten hat.

Internationales Interesse soll ein Videofilm mit dem Titel „Uploading Down“ erregen. In Video-Sequenzen werden 21 junge Menschen vorstellt und zu einem einzigartigen Dokument über das Leben mit Down-Syndrom am Anfang des 3. Jahrtausends zusammenfügt. Dieses Video wird zum 21.3. ins Internet gestellt werden.

Eine international bedeutende Aktion findet schließlich am 26.3.2006 in Brügge (Belgien) statt. Zu einer feierlichen Proklamation sind alle Mitglieder der großen EDSA-Familie aus ganz Europa eingeladen sowie alle Freunde und interessierten Menschen. Die offizielle Festsitzung leitet Bürgermeister Moenaert, selbst Vater einer jung verstorbenen Frau mit Down-Syndrom. Darüber hinaus gibt es ein buntes Rahmenprogramm für Kinder und Familien. Zu den Höhepunkten zählen der Besuch einer Delphin-Show im Bouwdewijn Park und eine große Party, die von den Jugendgruppen der Stadt Brügge ausgerichtet wird.

„Wir alle sind Teil eines großen Puzzles.“ Mit diesem Selbstverständnis machen der ARBEITSKREIS DOWN-SYNDROM e.V. und die EDSA-Deutschland deutlich: Alle Menschen haben ihren Platz in unserer Gesellschaft. Ein Puzzleteil als Ansteck-Pin oder Ohrstecker tragen inzwischen nicht nur Vereinsmitglieder, Freunde und Förderer, sondern zahlreiche Menschen, die diesen Gedanken unterstützen.


Bielefeld, 6. März 2006 - Monique Randel / Hermann Stüssel