Buchbesprechung: Wolfram Henn "Warum Frauen . . ."

1. Umschlag Vorderseite und Text Rückseite:

Umschlag Buch Henn - Vorderseite

Bild Wolfram Henn
Wolfram Henn

Wolfram Henn, geb. 1961, Facharzt für Humangenetik mit Arbeitsschwerpunkt genetische Familienberatung. Professor für Humangenetik und Ethik in der Medizin an der Universität des Saarlandes.

Eine spannende Sicht auf die Gentechnik. Unsere Gene verhalten sich unberechenbarer als wir wünschen und wahrhaben wollen. Und sie sind nur sehr beschränkt manipulierbar.

Der Humangenetiker und Ethiker Henn erklärt ihre Wirkungsweisen und Besonderheiten und macht klar: Wir sind nicht Sklaven unserer Gene. Denn nicht alles, was wir sind, wird durch sie festgelegt. Rassismus und Sexismus sind biologischer Unsinn. Jeder ist biologisch in der Minderheit. Und das ist gut so.

2. Das Buch:

Unsere Gene verhalten sich wilder und unberechenbarer als wir wahrhaben wollen. Sie sind nur sehr beschränkt manipulierbar - und das ist gut so. Der Humangenetiker Wolfram Henn erklärt nicht nur, was wir alles den Genen verdanken - von unseren körperlichen oder geistigen Besonderheiten, auf die wir stolz sind, bis zu manchen Schwächen und Krankheiten. Er macht auch deutlich, dass vieles, was wir als genetisches Anderssein erleben, seinen natürlichen Sinn hat: Rassismus und Sexismus sind biologischer Unsinn.

Vor allem sind wir nicht die Sklaven unserer Gene, denn nicht alles, was wir sind, wird durch sie festgelegt: So gibt es weder ein Gen für Intelligenz noch ein Gen für Homosexualität. Und doch ist klar, dass weder das eine noch das andere bloß "erlernt" ist.

Henn macht deutlich, dass viele Hoffnungen und Ängste, die mit der Gentechnik verbunden sind, schon durch die "Natur der Gene" nicht Realität werden. Was wir aus dem neuen Wissen lernen können, ist vor allem Toleranz: Wir alle sind genetisch unvollkommen, und unsere Welt wäre ärmer, wenn es nicht so wäre.

Ein spannendes Buch mit einer neuen, menschlichen Sicht auf die Möglichkeiten der Gentechnik.

(Klappentext)

3. Weiteres:

Der Autor räumt Vorurteile aus, beschreibt in gut verständlicher Weise wissenschaftliche Erkenntnisse und bezieht eindeutig Stellung zu den anstehenden ethischen Gesichtspunkten.

Nicht nur seine Aussage "Krankheit und Behinderung sind, so hart sie den Einzelnen treffen mögen, Teil unseres Menschseins" und seine Ausführungen zur Pränatal- und Präimplantationsdiagnostik machen dieses Buch zu einer informativen und denkanstoßenden Lektüre.

Änne Schaphaus

Verlag Herder Freiburg im Breisgau 2004 - ISBN 3-451-05479-5