Edwin's Welt
Film von Daniela Perathoner
1. Preisträger im Bereich "amateur" des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises 2004
Lola – Frauenmagazin | D/F 2005
Best of August. Beiträge: Daniela Perathoner und ihr Film "Edwins Welt"
So zum Beispiel Daniela Perathoner. Ihr Bruder Edwin ist 26, hat das Down-Syndrom, fühlt sich trotz allem aber recht normal und leidet oft unter den Vorurteilen seiner Mitmenschen. Die Krankenschwester aus Innsbruck beschloss, einen Film über ihren Bruder zu drehen, der zugleich auch ihr bester Freund ist. Dafür schaffte sie sich eine eigene Kamera an und legte einfach los. Für "Edwins Welt" erhielt sie in der Kategorie "Amateurproduktionen" 2004 den deutschen Menschenrechts-Filmpreis.
4. Deutscher Menschenrechts-Filmpreis 2004
Im Bereich „Amateur“ bestach „Edwins Welt“ vor allem durch die persönliche Note von Regisseurin Daniela Perathoner. Sie porträtiert mit kurzen Interview-Szenen ihren eigenen 26-jährigen Bruder Edwin, der am Downsyndrom leidet.
Der Film zeigt seine Gedanken, seine Ängste, seine Hoffnungen und lässt die Zuschauer einen Blick in Edwins Welt werfen.
1. preisträger im bereich „amateur“:
Edwins Welt
Daniela Perathoner, Innsbruck, 7 Min., 2004>
Inhalt:
Vorurteile entstehen durch Angst. Um dieser Angst entgegenzustehen, entstand das Porträt von Edwin einem 26 jährigen mit Downsyndrom. Daniela Perathoner blickt dabei hinter die Kulissen ihres behinderten Bruders um damit zum Angstabbau beizutragen.
Begründung der Jury:
„Edwins Welt“ ist ein sehr persönlicher Film. Daniela Perathoner portraitiert ihren Bruder mittels kurzer Interview-Szenen und gibt Einblick in seine Gedanken- und Lebenswelt:
Edwin ist behindert. Die Leute auf der Straße schauen ihn oft so komisch an. Das fällt ihm auf. Das macht ihn traurig. Ein Betreuer erklärt ihm daraufhin, dass er das Down-Syndrom habe. Edwin ist erschüttert.
Der Film lässt Edwin selbst zu Wort kommen, er spricht über seine Träume, seine Sehnsüchte, seine Lebensfreunde, aber auch seine Trauer. Die Welt wird aus seiner Perspektive betrachtet. "Der Unterschied zwischen mir und anderen ist gar nicht so groß, das sollen alle wissen", wünscht sich Edwin.
Der Film vermittelt überzeugend, dass Menschenrechte bei jedem einzelnen und oft im scheinbar Belanglosen anfangen — gerade auch in dem Blick, den man einem Menschen zuwirft. In der Haltung, die man gegenüber dem Anders-Sein, dem Unbekannten einnimmt, z.B. dem Behinderten. „Sie sind Menschen und ich bin ein Mensch“, sagt Edwin, „und da muss niemand Angst haben.“
Doch wer ist hier eigentlich „behindert“? Wer kann von wem lernen? Diese Fragen rückt der Film ins Bewusstsein. Nicht moralisierend, sondern erfrischend, natürlich, beinahe heiter ...
Die Welt von Edwin ist weder beschränkt, noch bedrückend. Sie ist sonnig, sie ist wertvoll, sie ist gewinnend, eben „Ed wins Welt“!
Aus Sicht der Jury ein wirklich gelungener Beitrag zum Thema Behinderung, der nicht in erster Linie nur Betroffenheit auslöst, sondern offen macht für eine neue Sicht.