Station 17 - Musik - POP-Gruppe - Hamburg

STATION 17

ist eines der eigenwilligsten und ungewöhnlichsten Musikprojekte der letzten Jahre. 50 Musiker proben und spielen in acht Bands, 40 von ihnen gelten als geistig behindert. Mittlerweile hat Station 17 drei CDs eingespielt, die bei Publikum und Fachpresse gleichermaßen großen Anklang fanden. Besonders umjubelt sind die Live-Auftritte, bei denen die Band, inspiriert von Ort und Publikum ihre Musik jeden Abend neu improvisiert. Jedes Konzert ist einzigartig, nicht wiederholbar und «irre laut und irre gut» (Stern).

Im Herbst 1995 ging die wohl chaotischste Band aller Zeiten mit 17 Musikern zum dritten Mal auf Tournee. Übernachtet wurde in Hotels, Kulturzentren und Jugendherbergen.

Im Mittelpunkt jedes Auftrittes stehen die Musiker von Station 17, Menschen, die mehr als Musik machen. Uwe gibt sich als Star, Kalli redet pausenlos, Schlappi macht jede Frau an, Kai hat Streß mit Willi und Hannes philosophiert über elektrische Zahnbürsten.

Rezensionen

Aus der Amazon.de-Redaktion

1988 entwickelt sich in der Wohngruppe 17 der Evangelischen Stiftung Alsterdorf die Idee einer Musikgruppe. Die bis heute treibende Kraft ist Kai Boysen, der in Gruppen wie den Painless Dirties oder Comrad spielte. Eine Plattenfirma unterstützt das Projekt finanziell und veröffentlicht 1991 das Album Station 17, an dem Musiker von Can, Einstürzende Neubauten, Die Toten Hosen oder Halloween mitwirken. Alle Einnahmen werden in das Projekt, insbesondere Übungsraum und Equipment gesteckt, der erste Live-Auftritt folgt und folgerichtig entsteht ein Konzept für weitere öffentliche Shows. Die Zeiten, in denen Behinderte wie Aussätzige behandelt werden, sind glücklicherweise vorbei, nicht aber die Berührungsängste. Die Band mit dem Namen Station 17 ist ein Thema fürs Feuilleton und rekrutiert ihre Anhänger aus der gebildeten Bürgerschicht wie Sozialarbeitern, Lehrern und Linksalternativen. Eine Station-17-Platte ist ungefähr genauso political correct wie F.J.-Degenhardt-Alben oder Das Buch der Hopi.

Damit ist spätestens seit 1997 und dem Album Scheibe Schluss. Das Projekt mit sehr vielen Musikern hat sich zu einer Band entwickelt, die alle Bedingungen des Profitums erfüllt. Die Mitglieder leben von der Musik, mit der sie den ganzen Tag verbringen. Der Einfluss des Schlagzeugers und DJs Harre Kühnast, verändert durch das Einbringen von Loops & Beats den Sound weg vom Experimentellen hin zu Elektronik. Das alte Publikum wendet sich ab, anstatt diskutierenden Birkenstöcklern und Kopfmusikhörern stehen junge, tanzende Menschen vor der Bühne. Die Gruppe Station 17 befindet sich endlich auf einer Musikerebene, auf der der Grad der Behinderung einzelner Mitglieder nicht mehr zum Thema stilisiert wird. Inhalte entscheiden, und die sich im Laufe der Jahre immer wieder verjüngende Station 17 hat nach Bravo mit ihrem nun fünften Album Hitparade einen weiteren Entwicklungssprung vollzogen.

Diesmal ist das Konzept der Star, die nicht behinderten Station-17-Musiker haben sich in den Sessel gelegt und die Arbeit extern vergeben. Im Mittelpunkt stehen die Texte und Vocals der behinderten Musiker, um die herum Virtuosen der deutschen Elektronik-Szene ihre Klanggerüste aufbauen. Die Remixe und Neukompositionen decken das weite Feld von Minimal-House bis hin zur Geräuschmusik ab. Konzeptausnahme bilden dabei "Ich und ich" von Denyo 77 von den Absoluten Beginnern, der seine eigenen Raps mit den Worten von Andreas Lehrke beisteuert sowie "Die Arbeit" von The Modernist. Dort spricht Jörg Burgers Nichte, ein Kind mit Down Syndrom, und ist nun das jüngste Mitglied der Station 17. Diese ausgezeichnete Platte will unterhalten und zum Tanzen animieren. Diskutiert ist schon genug worden, und es hat der Station 17 nicht nur geholfen.

Sven Niechziol

Hitparade 2001

Label: Mute (EMI) - Format: Audio CD (CD-Anzahl: 1)

Inhalt:

1. The Modernist - Die Arbeit
2. Automatique - Tik Tak
3. Denyo 77 - Ich und ich
4. Kreidler - Lied der Doofen
5. Cosmic DJ - Station 7teen
6. Cosmic DJ - Coca Destruction
7. Antonelli Elektronic - Lila Pause
8. Dorau / Koehnke - Bei Manni & Bine
9. DJ Koze - Himmel ueber Hamburg
10. Thomas Fehlmann - Losjez
11. Steve Bug - Baeckerblume
12. Tobi Tobsen - Bist Du macht oh reich mit mir
13. Pole - Jesus hat gesagt
14. Barbara Morgenstern - Einfach denken
15. Thomas Fehlmann - Technomuseum 3
16. To Rococo Rot - Der Weg nach Nirgendwo
17. FM Einheit - Wollnwirpeterauchmitnehm

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CD "Bravo" - 1999

Inhalt

Lila Pause
Technomuseum No.1
Telefonnummer
Fischer and Friend
Alle Affen
Bei Manni & Bine
FC Ole
CB Funk
Down in Colarado
Döner
Wet tanzt humpelt nicht
Ich rauche gern
Bäckerblume
Nö Opa
Technomuseum No. 2

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Move It Up [MAXI-CD] 1997)

Label: S+F Entert (Bellaphon Records) - Format: Maxi-CD

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CD "Scheibe" - 1997

Label: What'S So (Indigo) - Format: Audio CD (CD-Anzahl: 1)

Inhalt:

1. Fach Denken
2. Ich und ich
3. Quik Quik
4. Überdruck unter Dampf
5. Oh Susie
6. Das Mädchen am Pier
7. Weg nach Nirgendwo
8. Vernichtungsmaid
9. Tik Tak
10. Es gibt kein Bier auf Hawai
11. Überall lauert Gefahr
12. Cola lite
13. Klötze & Perlen
14. Jesus hat gesagt
15. Herzilein
16. Verpiß' Dich
17. Feuerwasse
18. Ein Hund kam in die Küche
19. Time to say Vorbei

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CD "Genau so" - 1993

Inhalt:

Genau so
Die Arbeit, der Zahnarzt, das Herzblatt
Halleluja
Das Lied der Doofen
Hupst du mal
Hübsch
Teile eins
Pellworm
Teile zwei
Bist du Macht oh reich mit mir
Hito
Teile drei
Ganz schön betrommelt
Kalt desagt
Teile vier
Die weite Welt
Hoageala
Teile fünf
Ahuhooh
Teile sechs
Kagagoi

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Station 17 (1990) - Various

Format: Audio CD

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