
Angela Winkler, Schauspielerin und Mutter von Nele, schreibt:
Ich glaube, das Annehmen des Kindes ist das wichtigste. Dann hat man plötzlich Riesenkräfte. Ich war vor Nele's Geburt sehr scheu, durch Nele habe ich gelernt, den Mund aufzumachen und zu kümpfen, dass sie so leben darf wie ihre Brüder.
Viele Menschen haben mir dabei geholfen. Am meisten danke ich meiner Mutter. Ihre erste Reaktion war: «Ich habe Nele genau so lieb, wie deine anderen Kinder, und du kannst sie mir immer bringen.»
Meine Tochter Nele ist in Almeria in Spanien geboren. Sie hat drei Brüder.
Als vom Arzt die Diagnose «Down-Syndrom» mitgeteilt wurde, verbrachten mein Mann uns ich eine schlimme Nacht im Krankenhaus, wo ich alles bis zum Mord an Nele durchdachte und durchfühlte.
Am nächsten Morgen zog ich Nele die roten selbstgestrickten Sachen an, bin raus aus dem Krankenhaus und hab mir geschworen, sie zum süßesten Mädchen mit Down-Syndrom zu machen.
Sie ist jetzt 23 Jahre alt — wir sind Kolleginnen geworden. Sie ist Schauspielerin am RambaZamba Theater in Berlin und ich konnte und kann immerzu von ihr für meinen Beruf lernen.