Weihnachten im Wandel der Zeit

Als ich ein Kind noch gewesen bin,
das ist schon lange her,
da war Weihnachten ein Erlebnis,
ein Mürchen und noch mehr.

Es gab nur kleine Geschenke,
denn wir waren ja nicht reich,
doch diese bescheidene Gaben
kamen dem Paradiese gleich.

Da gab es Apfel und Nüsse,
mitunter ein paar Schuh
und wenn es die Kasse erlaubte,
ein kleines Püppchen dazu.

Wie war doch das Kinderherz selig
ob all der herrlichen Pracht,
und es war ein stilles heiliges Raunen
um die stille heilige Nacht.

Dann wurde ich älter und größer
und wünschte mir das und dies,
hörte auf, an das Christkind zu glauben,
verlor dabei das Paradies.

Dann kam der Krieg mit viel Leiden,
mit Hunger und mit Not,
da wurde ich wieder bescheiden,
war dankbar für ein Stückchen Brot.

Wir alle wurden da kleiner
ein Wunsch nur hatte die Macht:
Wir wollten alle vereint sein
mit unseren Lieben in der heiligen Nacht.

Und als der Krieg war zu Ende
wuchs eine neue Jugend heran
und die hatte auch ihre Wünsche
an den lieben Weihnachtsmann.

Nur war'n die nicht klein und bescheiden,
denn der Wohlstand kam ins Land,
die Wünsche wurden größer und größer
und das Schenken nahm überhand.

Nun wird gewünscht und gegeben
und keiner fragt nach dem Wert,
vergessen sind Krieg und Armut
und die Stunden am einsamen Herd.

Aus dem schönsten der christlichen Feste
hat der Mensch einen Jahrnarkt gemacht,
er wünscht sich vom Besten das Beste —
vergisst den Sinn der heiligen Nacht.

entnommen aus dem Jahresprogramm 2003 des Heimatvereins Dornberg e.V.