Auftakt für besonderes Sportabzeichen in Kiel
Stolze Gesichter und Glanz in den Augen

Eine tolle Leistung im Wasser zeigte Hans Burdak (Foto) beim ersten Sportabzeichen für Menschen mit geistiger Behinderung. Foto tas

Der 24-jährige Hans Burdak steigt nach zwei Minuten und 40 Sekunden glücklich aus dem Wasser. Gerade ist der Junge mit dem Down-Syndrom Hundert Meter geschwommen und hat die erste Etappe bewältigt. Ob er am Ende eines langen sportlichen Tages das Sportabzeichen bekommt, ist Hans in diesem Moment egal. Für 260 Teilnehmer, die gestern im Uni-Sportforum bundesweit erstmals die Möglichkeit hatten, das Sportabzeichen für Menschen mit geistiger Behinderung zu erlangen, zählte einzig das Dabei sein.

Schwimmen sei das große Hobby von Hans, erzählt seine Betreuerin Susanne Reese-Drescher vom Handwerkerhof Fecit in Mettenhof. Genau wie ihrem Schützling, ist der 48-Jährigen, die sich gleich mit ihrer Gruppe in Bewegung setzt, um die fünf Kilometer lange Ausdauer-Wanderstrecke zu bewältigen, die Motivation an den Augen abzulesen: ";Diese Veranstaltung stärkt das Selbstbewusstsein ungemein. Die Reaktionen nach den Disziplinen sind richtig euphorisch.";

Währenddessen fiebert der 15-jährige Ercan Cepel von der Gorch-Fock-Schule an der Laufbahn. Er hält den Rekord über 50 Meter - 7,4 Sekunden. ";Davon kriegt man Muskeln";, bemerkt er und setzt sich beim Wandern flugs an die Spitze der Meute. ";Schüler und Lehrer werden durch das neue Ziel unheimlich motiviert";, zeigt sich Wolfgang Tenhagen, Vorsitzender des Rehabilitations- und Behindertensportverbandes Schleswig-Holstein (RBSV), beeindruckt von der Atmosphäre im Uni-Stadion.

Dort hatten die Prüfer vom RBSV und über 40 Studenten alle Stationen und die Datenverarbeitung fest im Griff, so dass Organisator Dr. Manfred Wegner vom Institut für Sport und Sportwissenschaften nach zwei Jahren intensiver Vorbereitung des von den Kieler Nachrichten mitveranstalteten bundesweiten Auftaktes Grund zur Zufriedenheit hatte: ";Es ist toll anzusehen, wie die Betreuer mit den Kindern und Jugendlichen umgehen. Und die Studenten haben bei der Planung und Organisation gute Arbeit geleistet.";

Nach dem Schwimmen, Springen, Laufen und der Ausdauerdisziplin ist Hans mittlerweile beim Medizinballweitwurf angelangt. ";Ich bin stolz";, sagt er nach dem letzten Wurf.

TAMO SCHWARZ