Stichwort ";Down-Syndrom";
Berlin/London (dpa) - Das Down-Syndrom wurde 1866 zuerst durch den britischen Arzt Langdon Down beschrieben. Der von ihm geprägte Begriff ";Mongolismus"; bezog sich auf eine angenommene Ähnlichkeit mit den schlitzartigen Augen von Mongolen. Heute, betonte das deutsche Human-Genom-Projekt in Berlin am Montag, sollte der Begriff nicht mehr benutzt werden. Er sei falsch und habe zudem einen rassischen Beigeschmack.
Es dauerte fast 100 Jahre, bis der genetische Ursprung der Krankheit identifiziert wurde. 1959 konnte gezeigt werden, dass Menschen mit Down-Syndrom 47 statt 46 Chromosomen haben. Chromosom 21 ist bei ihnen drei Mal vorhanden, weshalb auch von Trisomie 21 (T21) gesprochen wird. Mit der Entschlüsselung des Chromosom 21 steigen die Hoffnungen auf einen frühzeitigeres Erkennen und auf Dauer eine gentechnische Reparatur des Gens.
Die Krankheit tritt heute bei einem von 700 Neugeborenen auf. Typisch sind die schräggestellten Lidachsen dieser Kinder und ihre verminderte Intelligenzentwicklung. Die Ausprägung ist unterschiedlich schwer und reicht von leichter Lernbehinderung bis zu Schwachsinn (Debilität). Die Kinder leiden auch überdurchschnittlich oft an angeborenen Herzfehlern und Missbildung des Darms.
Meldung der Deutschen Presseagentur (dpa) vom 8. Mai 2000