Deutsche Forscher stellen Gene des menschlichen Chromosoms 21 vor
Berlin/London (dpa) - Ein internationales Forscherteam, darunter viele Deutsche, hat das Erbgut auf dem menschlichen Chromosom 21 entschlüsselt und erhofft sich damit weitere Erkenntnisse über das Down-Syndrom. Daran Erkrankte haben drei Chromosomen 21 anstelle der üblichen zwei in jeder Zelle. Das Erbgut soll nach Angaben des britischen Fachjournals ";Nature"; am Montagabend im Internet (www.nature.com/genomics) veröffentlicht werden. Das Chromosom enthält demnach mehr als 33 Millionen Bausteine (Basen) und kodiert 225 Gene. Von 103 dieser Gene kennen Forscher das zugehörige Eiweiß. Darunter sind auch schon länger bekannte Gene, die eine Rolle bei Alzheimer, Epilepsie, Autoimmunerkrankungen und Blutkrebs spielen.
Auf dem Chromosom 21 und dem bereits im vergangenem Jahr entschlüsselten Chromosom 22 liegen zusammen zwei bis drei Prozent des Erbguts. Von dem nun sequenzierten Chromosom 21, einem der kleinsten der 23 menschlichen Erbgutträger, erhoffen sich die Forscher auch Auskunft über genetische Ursachen von weitere Tumoren, bestimmten Formen von Taubheit und der manischen Depression. Die ersten Wissenschaftler hatten bereits 1990 mit der Entschlüsselung des Chromosoms 21 begonnen. 1995 übernahm nach Auskunft des Deutschen Humangenomprojektes das internationale Team die Sequenzierung der insgesamt 33 546 361 Bausteine.
Zu dem Konsortium aus 170 Mitarbeitern gehören laut Humangenomprojekt Andre Rosenthal vom Institut für Molekulare Biologie in Jena, Helmut Blöcker von der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung in Braunschweig, Marie-Laure Yaspo und Hans Lehrach vom Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin, sowie Yoshuki Sakaki vom Riken Genomic Science Center in Sagamihara (Japan). Im Fachjournal ";Nature"; soll die Erbgut-Sequenz am 18. Mai vorgestellt werden.
Meldung der Deutschen Presseagentur (dpa) vom 8. Mai 2000