Caritas enttäuscht über "Jahr der Behinderten"

"Großteils enttäuschend" sieht die Bilanz des "europäischen Jahres
der Menschen mit Behinderungen" für die Caritas aus.

Kritik übt Caritas-Sozialexpertin Judit Marte besonders daran, dass es im "Jahr der Behinderten" nicht gelungen ist, einen Entwurf für ein - im Regierungsprogramm vorgesehenes - Behindertengleichstellungsgesetz vorzulegen. Dabei ginge es um den Abbau von Barrieren in öffentlichen Gebäuden und auf Straßen ebenso wie um die Beseitigung von Berufsverboten, etwa dass Blinde oder Rollstuhlfahrer nicht als Lehrer oder Richter arbeiten dürfen. Weiters sollte ein Gleichbehandlungsgesetz das Recht auf Integration vom Kindergarten bis zur Berufsausbildung festschreiben, fordert Marte. Ziel müsse die Gleichbehandlung in allen Lebensbereichen sein.

Einen bedauerlichen Stillstand habe es auch beim Pflegegeld gegeben, kritisiert die Caritas-Expertin. Marte: "Weder die längst notwendige Inflationsanpassung noch die Aufstockung in den oberen Stufen, wo die Kluft zwischen Betreuungskosten und Pflegegeld immer größer wird, wurden verwirklicht. Auch bei der viel zu niedrigen Einstufung behinderter Kleinkinder konnte nichts erreicht werden."

ORF - Religion - News 30. 12. 2003