Zum Hörer greifen, Hilfe finden:
Kontakt- und Beratungsstelle -
Heilpädagogisches Therapie- und Förderzentrum mit neuem Beratungsangebot
VON ANDREAS BLOCK

Versprechen schnelle, unbürokratische Hilfe
(FOTO: ANDREAS BLOCK)
Warburg. Die Frau greift zum Hörer. Sie fühlt sich einsam, sucht Gesellschaft und Freizeitangebote. Die Frau hat das Down-Syndrom. Sie wählt die Nummer des Heilpädagogischen Therapie- und Förderzentrums (HPZ) St. Laurentius. Beratung, einfach mal reden, schnell und unkompliziert - dringend erwünscht.
Solche Fälle gab es in der Vergangenheit oft. "Es herrscht ein großer Bedarf nach Beratung", berichtet Schwester M. Susanne Schrammel, die auch das Ambulant Betreute Wohnen im HPZ leitet. Nun richtet das St. Laurentius-Zentrum eine feste Nummer für solche Gespräche ein. Nicht nur für behinderte Menschen. "Auch deren Angehörige, Freunde, Betreuer oder Arbeitgeber können sich melden", fordert die Sozialpädagogin Simone Göke, die neben Schwester Susanne für das Angebot zuständig ist, zum Gespräch auf.
Die gebürtige Nieheimerin war zuvor bereits für Aufnahmeanfragen am HPZ zuständig. Die Notwendigkeit einer festen Beratung hat sie da selbst erfahren: "Viele Angehörige haben oft nach Rat gefragt", erklärt Simone Göke. Wie beantrage ich einen Schwerbehindertenausweis? Welche Möglichkeiten gibt es in der Kurzzeit- und Urlaubsbetreuung?
Fragen über Fragen - eine "zentral und vernetzt arbeitende Anlaufstelle", wie das HPZ-Personal das neue Angebot bezeichnet, soll weiterhelfen. Bisher fehlten noch die fachlichen Ressourcen. Mit der Franziskanerschwester Susanne und Simone Göke, die seit vier Jahren im HPZ arbeitet, ist dieser Engpass nun behoben. "Wir sind nun mit dem stationären und ambulanten Wohnen sowie der Beratung sehr gut eingerichtet", freut sich Schwester Susanne, die hofft, mit dem neuen Angebot konkrete Hilfe zu leisten. Wohnungsfragen könne man sehr profiliert beantworten, in vielen Fällen habe das HPZ gute Kontakte, um weiterzuvermitteln.
Wie immer gilt: Das Angebot des HPZ ist nicht auf Warburg beschränkt, sondern richtet sich an Menschen des ganzen Kreisgebietes. "Wir wollen vor allem Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung ansprechen", erläutert Simone Göke das Angebot weiter. Nach einem Erstkontakt über die neue Hotline seien auch ausführliche Gespräche möglich. Das neue Beratungspersonal ist da flexibel, wie Schwester Susanne erklärt: "Die Menschen kommen zu uns. Wir kommen aber auch zu den Menschen."
NW-NEWS - WARBURG - 14.07.2005