Familienstellen nach Bert Hellinger
Bert Hellinger hat in den letzten 20 Jahren das Familienstellen entwickelt, indem er über lange Zeit hin Familiensysteme beobachtete und deren Grundordnungen erkannte.
Jeder Mensch wird in eine Familie hineingeboren, die ihn wesentlich prägt. In fast jeder Familie gibt es bewusste oder noch häufiger unbewusste Zusammenhänge, die das Leben beeinflussen. Aus Liebe zu den Eltern und Treue zu allen Mitgliedern der Familie, selbst wenn sie ihm unbekannt sind, übernimmt der Mensch Aufgaben im System, um Ausgleich zu schaffen. Dieser Vorgang geschieht unbewusst und kann so weit gehen, dass der Betroffene sein Lebensglück und sogar seine Gesundheit dafür opfert.
Mit Hilfe des Familienstellens können diese Zusammenhänge sichtbar gemacht und Lösungen gesucht werden. zum.Beispiel bei:
- Schwierigen Partnerschaften
- Problemen mit Kindern in Familie und / oder Schule
- Unglücklichen Lebensverläufen
- Schweren Schicksalen
- Sucht
- Depressionen
- Arbeits- und Berufsfragen
- Krankheit
- u.a.m.
Sie können z. B. Ihre Herkunfts-, Gegenwartsfamilie oder andere Anliegen aufstellen. Aus der Gruppe werden StellvertreterInnen für die betroffenen Personen ausgewählt. Das Ziel einer Aufstellung ist, nach Möglichkeit für jedes Mitglied einen guten Platz zu finden, an dem es sich wohlfühlt, sodass die Liebe wieder fließen kann. Das gefundene Lösungsbild hilft Verstricktes und Verschobenes zu erkennen und entfaltet Kraft, in Achtung dessen was war, sich Neuem zuzuwenden.
Gefunden im Internet:
Gefährliche Methode oder nützliche Therapie - Familienaufstellen nach Hellinger
Datum der Mitteilung: 25.02.2003
Absender: Bernhard Schorn
Einrichtung: Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie
Kategorie: überregional
Organisatorisches, Publikationen Gesellschaft, Medizin und Gesundheitswissenschaften , Pädagogik, Psychologie
Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie.
Bei "Familienaufstellungen" in Großgruppen seien Klienten dem Handeln eines Therapeuten mitunter schutzlos ausgeliefert. Deshalb beurteilt die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF) die publikumswirksame Praxis des Familienaufstellens nach Bert Hellinger teilweise als "ethisch nicht vertretbar" und "gefährlich für die Betroffenen". Gleichzeitig betont der Vorstand der DGSF in einer im Februar veröffentlichten Stellungnahme, dass "Familienaufstellen" eine hilfreiche therapeutische Methode sein kann.
Die Kritik der DGSF richtet sich hauptsächlich gegen solche Veranstaltungen, die als "Ultra-Kurz-Event" psychische Problemsituationen positiv beeinflussen sollen. Hier sieht die DGSF die Gefährdung von Klienten, da Familien ohne "ausreichende therapeutische Rahmung" und persönliche Beziehung zum Therapeuten "aufgestellt" würden. Bert Hellinger, der Protagonist der Familienaufstellungen, vertrete sein Vorgehen mit einer Absolutheit, die die Selbstbestimmung der Klienten enorm einschränke. Gleichzeitig entziehe er sich "einer ernsthaften und kritischen Diskussion seiner Vorgehensweisen" und lasse sich lieber "von einer 'gläubigen' Anhängerschar" bewundern. Dies führe zu einer Aura des "Nicht-Kritisierbaren", die mit dem Selbstverständnis der Systemischen Therapie oder Familientherapie unvereinbar sei.
Die DGSF fordert neben einem kritischen Umgang mit den Vorgehensweisen von Hellinger eine fundierte Fortbildung und Praxiserfahrung für Berater oder Therapeuten, die Familienaufstellungen einsetzen. Weiterhin müssten beim Einsatz dieser Methode in der Systemischen Therapie und Beratung "systemische Grundprinzipien" gewahrt bleiben: Etwa die Neutralität und Allparteilichkeit gegenüber Personen und Ideen oder das therapeutische Selbstverständnis, dass die Klientin oder der Klient jeweils Fachfrau oder Fachmann für die eigenen Ziele sei und der Therapeut oder die Therapeutin sich darauf beschränke, gute Bedingungen für neue Lösungsmöglichkeiten zu schaffen.
Familienaufstellungen in Großgruppen mit dem Ziel des Publikumseffekts werden von der DGSF als unethisch abgelehnt. Und: "Nicht Bert Hellinger als normensetzender Guru, sondern ein breiter wissenschaftlicher Diskurs von Fachleuten innerhalb der Systemischen Therapie und Beratung definiert die Methodik der Familienaufstellung und entwickelt sie so weiter, dass keine Diskrepanzen zu den Grundannahmen des systemischen Ansatzes auftreten."
Der Text der Stellungnahme im Internet unter http://www.dgsf.org/dgsf/berufspolitik/hellinger.htm abrufbar.
verantwortlich:
Bernhard Schorn, Geschäftsführer
DGSF, Pohlmanstraße 13, 50735 Köln,
Fon (0221) 61 31 33; Fax (0221) 9 77 21 94
E-Mail: schorn@dgsf.org
Weitere Informationen finden Sie im WWW:
http://www.dgsf.org/dgsf/berufspolitik/hellinger.htm
http://www.dgsf.org