Festhaltetherapie
Aus der Down-Syndrom-Liste
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From: "walfried.pofalla"
Subject: Festhaltetherapie?
Hallo!
Unsere Tocher Hinrika ist mittlerweile 2 Jahre alt und ist sehr lebhaft! Dabei
schlägt sie sämtliche Gegenstände vom Tisch, schlägt und zerrt an allen
Personen. Sie ist schwer zu bändigen. Deshalb ist jeder Versuch ihr etwas zu
zeigen oder gar mit Gestik und Worten zu erklären unmöglich.
Deshalb hat man uns die Festhaltetherapie empfohlen.
Hat jemand damit schon Erfahrungen sammeln können?
Schöne Grüße aus Ostfriesland
Johanne mit Hinrika
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von der Festhaltetherapie habe ich noch nie etwas gehört kann mir aber so ungefähr etwas darunter vorstellen.
Unsere Tochter Veronika (20 Jahre,DS) war in diesem Alter auch sehr schwer zu bändigen. Sie konnte allein laufen und rannte in alle Richtungen nur nicht dahin wo ich war, am Tisch schmiß sie ihren Teller so über den Tisch, daß er am anderen Ende runter fiel und vieles mehr. Sie ließ sich auch nie an die Hand nehmen, benötigte JAHRE um ihren Gurt im Auto zu akzeptieren und wollte immer das Gegenteil von dem was wir gerade von ihr erwarteten. Ihr Lieblingswort war "NEIN".
Mit Worten war da nichts zu erreichen und so half nur der Weg einer wirklich sehr konsequenten Erziehung. Wenn sie z. B. ihren Teller vom Tisch schmiß dann habe ich sie runter gesetzt (auf den Boden) und wir haben "ohne " sie weiter gegessen. Da sie (noch heute) für ihr Leben gern ißt, hatte sie dann schnell begriffen und entwickelte so gute Tischmanieren, daß wir mit ihr in jedes Restaurant konnten/können und Essen zum Genuß wurde ;-)
Wenn ich jetzt unsere Tochter zurückblickend betrachte dann kann ich mir nicht vorstellen, daß bei Veronika eine Festhaltetherapie ( so wie ich sie mir vorstelle) geholfen hätte. Denn um so stärker sie Druck oder die Einengung ihres Freiraums von "außen" empfand um so heftiger reagierte sie ...... .
Neben der konsequenten Erziehung ist viel Lob und immer wieder Lob,Lob,Lob das Wundermittel bei uns gewesen ;-))) Mißgeschicke empfand Veronika selbst als so enttäuschend, daß da dann ermunternde Worte nützlicher waren als alles andere!
Nun sind ja wirklich alle Kinder anders und vielleicht hilft diese Therapie ja bei Hinrika. Versuche es doch eine gewisse Zeit und beobachte dabei gut wie sie reagiert, ob sich ihr Verhalten verbessert oder eher noch verstärkt.
Viel Kraft, Geduld und Erfolg in der Suche nach der richtigen Therapie/Erziehung!!! Der Erfolg kommt sicher, auch wenn man nicht mehr daran glaubt ;-)
P.S. Veronika ist seit Jahren der friedliebendste, aufmerksamste und angenehmste Mensch den ich kenne und wer sie jetzt sieht und erlebt kann nicht glauben, daß sie je so ein "Teufel" war :-)))
Viele Grüße
Carola mit Veronika (20 Jahre,DS) und Tim (21 Monate,DS) und drei weiteren
Kindern.........
"walfried.pofalla"
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Also konkret kenne ich die Fsthaltetherapie auch nicht.Wir benutzen lediglich Teile dieser Therapie.Sie ist nicht ganz unumstritten, eben weil viele der Meinung sind, dass das Kind damit gequält wird. Das kann man so pauschal natürlich nicht sagen.
Als Lina noch ein Baby war, habe ich festgestellt, dass sie immer ganz ruhig wurde, je fester ich sie hielt. Später habe ich das Festhalten(einfach ganz fest in den Arm nehmen)immer dann angewandt, wenn sie zu müde war zum Schlafen oder zu aufgedreht um mich wahr zu nehmen. Ich fasse sie dann ganz fest an beiden Schultern an und spreche ruhig mit ihr.Plötzlich baut sich die Spannung ab und wir finden einen Weg miteinander zu reden, oder dass ich ihr sagen kann, sie möchte jetzt schlafen gehn. Bei uns funktionierts ganz gut, weil Lina sich damit wohlfühlt.
Probiere es aus, vielleicht hilft es auch bei euch.Man muss ja nicht sämtliche Elemente einer Terapie umsetzen.
Heike und Sven,
Dennis(11/1993),
Lina(07/1997 DS, oper.kompletter AV-Kanal 1998, Mitralklappeninsuifizienz),
Adriana(05/2000)
www.grisufamily.de.vu oder hier:
www.ein.sonnenkind.de.vu
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Hi,
wir haben unsere Kinder gehalten, bis "die Liebe wieder floß". Es gibt
dabei immer aktionen, wo sie sich wehren, so in Wellen. Sie lassen ihre Wut
raus und werden gehalten. Bei unserem Marvin war das wie eine Entladung und
nach meist so 30 bis 40 Minuten war er wochenlang wie neugeboren und sehr
süß. Ich habe alle Bücher darüber, aber nur eines gelesen, stimme nicht in
allem überein. Habe eine Freundin, die ein Hyperaktives Kind behandelt hat.
Sie heißt Heike und ich hab deine mail weitergeleitet und sie gebeten dir
direkt zu antworten. Sie ist sehr glücklich mit dieser Therapie geworden.
Liebe Grüße Tine
Mueller-Mettnau@t-online.de
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Hallo Carola !
Festhaltetheraphie habe ich auch noch nicht gehört. Meine
Steffi war auch und ist noch in manchen Sachen so , wie du Deine Tochter
beschrieben hast . Wir sind manchmal richtig verzweifelt gewesen , aber
festhalten oder anbinden , was soll das, ich meine mit viel Geduld muss es gehen. Ich sage
immer zu mir " Da musst du durch", und es manche Traene geflossen bei mir ,
auch Heute noch. Aber jetzt kann ich nach deiner Mail ja hoffen , das sie auch
mal ruhiger wird.
Gruss an Alle Karin u. Steffi 15 J. DS
Karinweh@aol.com
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Der Beitrag wurde auf Wunsch der Autorin am 01.04.2008 gelöscht.
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Hallo liebe Listlinge!
Wie zu allen Themen, findet man auch zu diesem ne Menge. Um einen ersten Eindruck zu gewinnen, hier eine Adresse:
http://www.assmann-buehler.de/Festhaltenflyer.PDF
Wie gesagt, ich wende auch nur das Festhalten an um Lina die Ruhe zu geben, die sie selber nicht findet.(durch fehlende Muskelspannung). Es steht dort auch ganz klar, es geht nicht um ein Mittel zur Erziehung.
Wie ich gelesen habe, haben auch schon andere festgestellt, dass manche Kinder es echt braucht, immer fest angefasst zu werden, um die Grenzen ihres Körpers zu spüren und dann werden sie ganz ruhig und entspannt. So macht unsere KG die Übungen mit Lina immer auf dem Schoß, da der Bewegungsradius sich stark einschränkt.
Es hört sich wirklich schlimmer an, als es ist. Aber auch hier, denke ich, gilt: nicht bei jedem hilft alles!Einen Versuch ist es wert!
Heike und Sven,
Dennis(11/1993),
Lina(07/1997 DS,oper.kompletter AV-Kanal 1998, Mitralklappeninsuifizienz),
Adriana(05/2000)
www.grisufamily.de.vu oder hier:
www.ein.sonnenkind.de.vu
"Heike Schulte" heike_lange72@hotmail.com
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Unsere Laura war auch so ein extrem hyperaktives Kind. Die hab ich auch festgehalten, sie z.B. auch mal mit dem Bademantelgütrtel auf meinem Schoß festgebunden, wenn ich für Übungen der Frühförderung beide Hände brauchte um mit ihr eine neue Übung anzubahnen. Damit wurde ihr aber eher Georgenheit vermittelt und erste Konzentration auf eine Aufgabe. Das musste auch nicht lange seinund nur einoder zweimal, war auch eher Kuschelatmosphäre, lediglich ihr Temperament stand ihr im Weg, um diese eine Erfahrung erst mal machen zu können.
Festhaltetherapie ist anders angelegt, ob das für Euch etwas wäre kann ich so nicht beurteilen. Meine Freundin hat Festhaltetherapie gemacht. Das sollte nur unter fachlicher kompetenter Anleitung begonnen werden!! Mit einfach nur "festhalten bis der Widerstand gebrochen ist" hat das nichts zu tun.
Vielmehr wird es z.B. gern angewandt, um beziehungsgestörten Kindern Sicherheit zu vermitteln, Kontaktaufbau zu ermöglichen. Fachlich gut begleitet und richtig zu Ende geführt und von der Mutter emotional richtig gesteuert ist es keine Quälerei!
VRiemer@t-online.de (Verena Riemer)